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otris-Rat­geber

Datenschutz­management
-System (DMS)

Datenschutz­management-System

Stand:

Ein Datenschutz­management-System (DMS) unterstützt Verantwortliche, die betrieblichen und gesetzlichen Anforderungen im Datenschutz umzusetzen. Das System vereinfacht Planung, Organisation, Steuerung und Kontrolle der Datenschutzaktivitäten durch standardisierte Abläufe.

1. Unterschiedliche Arten von Datenschutz­management-Systemen

Datenschutz­management-Systeme müssen nicht zwingend softwarebasiert sein. Theoretisch können Unternehmen ihre Datenschutz-Aufgaben auch analog organisieren. Abhängig von Unternehmensgröße und -aktivitäten ist der Einsatz von spezieller Datenschutz-Software jedoch ratsam. Bei der Vielzahl an datenschutzrechtlichen Anforderungen und zu prüfenden Prozessen kann ein analoges oder selbstentwickeltes System für mittlere und große Unternehmen schnell unübersichtlich werden.

2. Was beinhaltet ein Datenschutz­management-System?

Da in den meisten Organisationen eine Vielzahl an datenschutzrelevanten Prozessen anfällt, benötigt das Datenschutz­management ein System, um Transparenz zu erzeugen und Aufgaben abzuarbeiten. Das Datenschutz­management-System vereinfacht den Verantwortlichen die Organisation der datenschutzrelevanten Prozesse. Hierzu zählen die Dokumentation, Bewertung, Planung, Steuerung und Kontrolle. Um diese Anforderungen abzudecken, enthalten Datenschutz­management-Systeme u.a. folgende Komponenten:

2.1. Dokumentation der Ver­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten
Jedes Datenschutz­management-System enthält als zentrale Dokumentation eine Beschreibung aller relevanten Verarbeitungstätigkeiten. Das Verzeichnis enthält eine Beschreibung aller Prozesse, bei denen personenbezogene Daten vom Unternehmen oder im Auftrag verarbeitet werden. Neben der Prozessbeschreibung werden unter anderem Verantwortlichkeiten, Betroffene und Datenkategorien dokumentiert. Für Auftragsverarbeitungen muss im System ein AV-Vertrag hinterlegt sein.

2.2. Prüfung und Bewertung
Die dokumentierten Verarbeitungen müssen auf Da­ten­schutz­kon­for­mi­tät geprüft werden. Für die Analyse eignen sich z.B. Checklisten. Die Dokumentation des Bewertungsprozesses und die Ergebnisse sind wichtiger Bestandteil des Da­ten­schutz­ma­nage­ment­sys­tems.

2.3. Maßnahmen / Optimierung
Aus den Ergebnissen der Prüfung und Bewertung leitet das Datenschutz­management Maßnahmen zur Optimierung ab. Das DMS hilft bei der Maßnahmen-Organisation und -Nachverfolgung.

2.4. Datenschutz-Folgenabschätzung
Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist für Verarbeitungen obligatorisch, bei denen voraussichtlich ein hohes Risiko besteht. Das Risiko kann über Scoringverfahren festgestellt werden. Ein Datenschutz­management-System unterstützt bei der Risikobewertung und Ergebnisdokumentation.

2.5. Dokumentation Vorgänge
Die Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht geht über die Beschreibung der Ver­ar­bei­tungs­tä­tig­kei­ten hinaus. Verantwortliche müssen alle da­ten­schutz­recht­lich relevanten Vorgänge (z.B. Da­ten­schutz­ver­let­zun­gen) dokumentieren.

2.6. Dokumentation TOMs
Teil des DMS ist eine aktuelle Übersicht über alle technischen organisatorischen Maßnahmen (TOMs), die das Unternehmen umgesetzt hat, um die Sicherheit der Verarbeitung personenbezogener Daten zu gewährleisten. Hierzu zählen beispielsweise Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken, Zutrittskontrollen oder auch Verträge zur Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung.

2.7. Schulung
Ein DMS sollte Verantwortliche auch dabei unterstützen, Mitarbeiter für Datenschutz zu sensibilisieren. Digitale Lösungen vereinfachen die systematische Schulung und die Dokumentation der Ergebnisse.

3. Aktualisierung und Pflege

Nachdem die verantwortlichen Mitarbeiter ein Datenschutz­management-System etabliert haben, besteht eine weitere Herausforderung darin, das System inhaltlich zu pflegen, zu aktualisieren und so anzuwenden, dass der Datenschutz im laufenden Betrieb aufrechterhalten wird. Wie in anderen Managementsystemen gehen Verantwortliche nach dem bekannten PDCA-Zyklus vor: P(lan)-D(o)-C(heck)-A(ct). Unter Berücksichtigung des Kontexts und des Risikos müssen Maßnahmen geplant, umgesetzt, dokumentiert, geprüft und bei Bedarf verbessert werden.

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