Webcast | Matter Management
Termine: 07.04. | 21.04. | 05.05.
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Matter Management (dt. Vorgangsmanagement) fasst alle juristischen Vorgänge von der Aufnahme (Intake) bis zum Abschluss strukturiert zusammen. Die juristischen Themen sind vielfältig: arbeitsrechtliche Fälle, Hinweise auf Compliance-Verstöße, Anfragen zur Datenschutz-Grundverordnung, Konflikte rund um geistiges Eigentum oder behördliche Verfahren, aber auch Streitfälle/Litigation, Vertragsprüfungen oder die projektbezogene Fallverwaltung in der Rechtsabteilung.
Wie lässt sich Matter Management definieren?
Matter Management (auch Legal Matter Management oder Vorgangsmanagement) bezeichnet die strukturierte Verwaltung juristischer Vorgänge in Unternehmen – von der Erfassung über die Bearbeitung bis hin zur revisionssicheren Ablage. Es schafft Transparenz, sichert Fristen und standardisiert Prozesse in der Rechtsarbeit.
Wie funktioniert digitales Matter Management?
Zentrale digitale Akten, klare Workflows, automatisierte Fristenkontrolle, ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept sowie Suchfunktionen und Reporting-Möglichkeiten ermöglichen eine effiziente, sichere und nachvollziehbare Bearbeitung. Moderne Systeme integrieren KI‑Assistenz und Dashboards, wobei der Lebenszyklus häufig den Phasen Intake → Planung → Durchführung → Review (CLOC) folgt.
Wer nutzt Matter Management?
In erster Linie Rechtsabteilungen – aber auch Fachbereiche, externe Kanzleien, Datenschutz- und Compliance-Teams sowie das Management profitieren von klaren Strukturen und transparenter Zusammenarbeit.
Welche Ziele verfolgt Matter Management?
Risiken minimieren, Fristen zuverlässig einhalten, Ressourcen effizient nutzen, Kosten/Spend steuern und die Rechtsfunktion als strategischen Partner im Unternehmen stärken.
Matter Management beschreibt die zentrale und nachvollziehbare Organisation aller juristischen Vorgänge (Matters) einer Organisation einschließlich der damit verbundenen Dokumente, E‑Mails/Kommunikation, Aufgaben, Fristen/Termine, Zuständigkeiten, Entscheidungen und Ergebnisse. Ziel ist eine transparente, mess‑ und revisionssichere Bearbeitung über den gesamten Matter‑Lifecycle.
Der Begriff „Matter” (engl.) lässt sich mit „Fall“ oder „Vorgang“ übersetzen. Ein Matter umfasst ein klar definiertes Ziel, einen Bearbeitungsstatus, ein zuständiges Team, bestimmte Fristen sowie relevante Dokumente und Ergebnisse. Inhouse wird Legal Matter Management teils vom Case Management abgegrenzt. Das Matter Management steuert die Governance/Operations der Rechtsarbeit, während sich das Case Management auf die fallbezogene Verfahrensführung (v. a. Litigation) fokussiert.
Abgrenzung zum Vertragsmanagement
Das Vertragsmanagement organisiert den Lebenszyklus von Verträgen, während das Matter Management juristische Sachverhalte steuert – Verträge können Teil eines Matters sein.
Die Vorgangsverwaltung erfolgt traditionell oft noch analog mit Papierakten, verstreuten Dateiablagen, Outlook-Kalendern oder Excel-Tabellen zur Fristenkontrolle. Das führt zu einem hohen Aufwand bei Recherche und Suche, zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit und zu intransparenten Prozessen.
Digitales Matter Management bündelt dagegen alle Informationen in einer elektronischen Vorgangsakte mit Metadaten, standardisierten Workflows, Berechtigungskonzept, Volltextsuche und Schnittstellen zu Drittsystemen. So wird die Bearbeitung effizienter und sicherer – vor allem aber auswertbar (KPIs, Reporting, Controlling). Leitfäden wie das CLOC‑Framework (CLOC Matter Lifecycle Management eBook) strukturieren den Lebenszyklus in der Regel in Intake, Planung, Durchführung und Review.
Ein effizientes Matter Management bildet den gesamten Lebenszyklus juristischer Vorgänge ab – vom ersten Kontakt bis zur revisionssicheren Archivierung. Die einzelnen Teilbereiche greifen ineinander und ermöglichen eine standardisierte, transparente und messbare Bearbeitung (KPIs/Reporting).
Eine standardisierte Erfassung über Portal/Ticket, Formular, E-Mail oder Hotline verhindert ungeordnete Eingänge. In der Triage werden Anfragen nach Dringlichkeit, Risiko und SLA qualifiziert und zielgerichtet zugewiesen.
Zentrale Akte mit Metadaten, Dokumenten, Kommunikation, Aufgaben und Entscheidungen; Versionierung/History sichern Nachvollziehbarkeit und Revisionssicherheit.
Gesetzliche/gerichtliche Fristen und interne SLAs werden zentral gesteuert – mit Erinnerungen, Eskalationsmanagement und Vertretungsregelungen, um Versäumnisse zu vermeiden.
Checklisten, Genehmigungsroutinen und Vier‑Augen‑Prinzip standardisieren Abläufe, erhöhen die Qualität und verkürzen die Durchlaufzeiten.
Alle E-Mails, Telefonate und Meetings werden aktenbezogen dokumentiert. Der Austausch mit Kanzleien erfolgt über sichere Portale statt per E-Mail-Anhang.
Dashboards/Reports liefern Kennzahlen zu Anzahl, Durchlaufzeiten, SLA‑Einhaltung, Erfolgsquoten und Kosten je Matter – Grundlage für Steuerung und Revision.
Ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept nach dem Need-to-know-Prinzip sowie Confidential Matters und Ethical Walls schützen besonders sensible Vorgänge.
Archivierung nach Aufbewahrungsfristen (revisionssicher). Bei absehbaren Verfahren setzt ein Legal Hold die Löschregeln außer Kraft und sichert beweisrelevante Informationen.
Ohne professionelles Matter Management (Legal Matter Management/Vorgangsmanagement) drohen rechtliche, finanzielle und operative Nachteile. Fehlen klare Prozesse, Protokollierung und Verantwortlichkeiten, steigen die Prüf‑ und Sanktionsrisiken – unter anderem im Hinblick auf die DSGVO‑Grundsätze (Art. 5: Speicherbegrenzung, Integrität/Vertraulichkeit).
Gesetzliche/gerichtliche Fristen und interne SLAs werden übersehen, was zu Vertragsstrafen, aufsichtsrechtlichen Sanktionen oder prozessualen Nachteilen bis hin zum Versäumnisurteil führen kann. Eine Wiedereinsetzung ist nur ausnahmsweise möglich.
Ohne elektronische Vorgangsakte entstehen Wissensinseln (E-Mail-Postfächer, Laufwerke, Papierakten). Der fehlende Audit-Trail erschwert die Beweissicherung und Audits, sodass Entscheidungen im Nachhinein nicht nachvollziehbar sind.
Ohne standardisierte Workflows und klare Zuständigkeiten werden Informationen mehrfach erhoben, Aufgaben schlecht koordiniert und SLAs verfehlt. Ergebnis: lange Durchlaufzeiten, Überlastung und intransparente Priorisierung.
Fehlende Steuerung führt zu übersehenen Compliance‑Vorgaben, mangelhaften Löschkonzepten und unzureichenden technisch‑organisatorischen Maßnahmen – ein Risiko gegenüber den Grundsätzen der DSGVO (Art. 5).
Ohne ein definiertes Berechtigungskonzept, Eskalationspfade und Vertretungsregelungen bleiben Anfragen liegen oder landen im falschen Team – besonders heikel bei Compliance-Hinweisen und behördlichen Verfahren.
Ineffizienzen, Outside-Counsel-Kosten und vermeidbare Streitigkeiten erhöhen die Gesamtkosten. Fehlende KPIs/Spend-Transparenz erschwert die Steuerung. Öffentlich gewordene Fristversäumnisse oder Datenpannen gefährden die Reputation.
Digitale Systeme bilden die technologische Grundlage für die zentrale, strukturierte und revisionssichere Verwaltung aller Vorgänge – von der Aktenanlage (Intake) über die Fristenkontrolle und das Dokumentenmanagement bis hin zu Reporting, Rollensteuerung und Archivierung.
Legal Front Door (Intake): Ticket‑System/Portal zur standardisierten Erfassung und zielgerichteten Weiterleitung aller eingehenden Fälle.
Elektronische Vorgangsakte: Zentrale Akte pro Vorgang (Matter) – inklusive Metadaten (Gegenseite, Betreff, Kategorie, Status) sowie aller Dokumente und Kommunikationsverläufe.
Checklisten und Vorlagen: Standardisierte Prüfprozesse, Genehmigungsroutinen und Eskalationen für Effizienz und rechtssichere Dokumentation.
Fristen‑ und Aufgabensteuerung: Erinnerungen, Wiedervorlagen, Eskalationspfade und Delegationsmöglichkeiten sichern die termingerechte Bearbeitung.
Volltextsuche (OCR): Auch gescannte Dokumente und Anhänge werden durchsuchbar, wodurch Zeit gespart und die Auffindbarkeit erhöht wird.
Berechtigungen und Protokollierung: Ein feingranulares Berechtigungskonzept (Need-to-know) und ein Audit-Trail sorgen für Nachvollziehbarkeit und Compliance.
Reporting und Business Intelligence (BI): Kennzahlen zu SLA‑Einhaltung, Kosten je Vorgang und zu den Durchlaufzeiten bilden die Basis für eine datenbasierte Steuerung der Rechtsabteilung.
Digitale Matter‑Management‑Systeme fügen sich flexibel in die bestehende IT‑Landschaft ein – als Cloud‑Lösung oder On‑Premises (lokale Installation). Wichtige Integrationen (Auswahl):
Legal‑Tech & Compliance: z. B. Vertragsmanagement, Hinweisgebersystem, Richtlinien‑/Risikomanagement.
ERP/Finance: z. B. SAP, Oracle (Stammdaten, Kostenstellen, Budgets).
HR‑Systeme: Rollen‑ und Personendaten, Org‑Strukturen.
DMS/Archiv: rechtssichere Langzeitablage, Aktenplan.
E‑Mail/Kalender: z. B. Outlook, Exchange/M365 (aktenbezogene Ablage).
Ticketing/Intake: Portale/Service‑Desks für die Legal Front Door.
Signaturdienste: elektronische Signaturen gemäß eIDAS.
Identity‑Management: Single Sign‑on (SSO), Multi‑Faktor‑Authentifizierung (MFA).
KI‑Funktionen beschleunigen die Arbeit – immer transparent und mit menschlicher Kontrolle:
Die Wahl der passenden Matter-Management-Software (auch Legal Matter Management Software) ist entscheidend für den Erfolg der Digitalisierung juristischer Prozesse. Der Markt reicht von einfachen Aktenlösungen bis hin zu hochintegrierten Plattformen für komplexe Rechtsorganisationen. Umso wichtiger ist es deshalb, die Anforderungen sauber zu definieren und systematisch zu evaluieren.
Zunächst sollte geprüft werden, ob die Software die relevanten Anwendungsfälle (Use Cases) der eigenen Organisation abdeckt. Dazu gehören beispielsweise:
Idealerweise bietet die Lösung konfigurierbare Vorlagen und Workflows, die sich ohne aufwendige Programmierung an die internen Abläufe anpassen lassen.
Eine Software kann nur dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn sie von den Anwender:innen auch tatsächlich genutzt wird. Deshalb ist die Usability ein zentrales Kriterium. Eine intuitive Benutzeroberfläche erleichtert die Einarbeitung und senkt die Schulungskosten.
Die Software sollte sich problemlos in die bestehende IT-Landschaft integrieren lassen. Wichtig sind u. a.:
Je besser die Integration, desto geringer der manuelle Aufwand und desto reibungsloser die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen.
Rechtsabteilungen entwickeln sich weiter – und mit ihnen die Anforderungen an das System. Eine gute Lösung ist daher skalierbar, beispielsweise in Bezug auf:
So lässt sich das System sukzessive erweitern, ohne dass ein späterer Wechsel nötig wird.
Juristische Vorgänge sind besonders schützenswert, weshalb die Software höchste Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllen muss.
Wer international tätig ist, sollte zusätzlich auf Rechtskonformität in den jeweiligen Zielmärkten achten.
Neben den Lizenzkosten sollten auch die Betriebs- und Einführungskosten berücksichtigt werden. Viele Anbieter arbeiten mit nutzungsbasierten oder modularen Preismodellen. Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership), die die folgende Punkte umfasst:
Auch die Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises kann sich auf den Betrieb und Kostenstruktur auswirken.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist der Support des Anbieters. Wie schnell und kompetent reagiert er bei Problemen? Gibt es eine definierte Roadmap für neue Funktionen? Wie häufig erfolgen Updates?
Ein verlässlicher Partner sorgt dafür, dass die Software auch bei sich ändernden rechtlichen Anforderungen oder internen Prozessen langfristig zum Unternehmen passt.
In der modernen Unternehmenswelt ist Rechtsarbeit weit mehr als nur die Reaktion auf Risiken oder Streitigkeiten: Sie ist ein zentraler Bestandteil strategischer Unternehmensführung. Doch ohne die passende Struktur bleibt juristische Arbeit oft reaktiv, isoliert und schwer steuerbar. Ein professionelles Matter Management schafft die Grundlagen für eine moderne, proaktive und rechtssichere Zusammenarbeit.
Ein digitales Matter-Management-System verwandelt ein Sammelsurium aus E-Mails, Word-Dateien und Kalendernotizen in eine klare, strukturierte Prozesslandschaft: Jeder Vorgang verfügt über eine zentrale digitale Akte, jede Frist ist im System vermerkt und jede Entscheidung ist nachvollziehbar dokumentiert. Das schafft nicht nur Effizienz, sondern vor allem Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit. Kein Vorgang geht verloren, keine Aufgabe bleibt unbearbeitet und keine Frist wird übersehen.
Ein weiterer Vorteil ist das systematische Reporting, das Management, Compliance und Revision jederzeit Einblick in die aktuelle Lage der Rechtsabteilung gibt – etwa durch KPIs zu offenen Verfahren, Fristeneinhaltung, Erfolgsquoten oder Kosten pro Vorgang. Diese Transparenz stärkt die Rolle der Rechtsabteilung im Unternehmen. Aus dem „Feuerlöscher“ wird ein echter Business-Partner mit strategischer Relevanz.
Mit klar definierten Prozessen, Standards und Verantwortlichkeiten lassen sich rechtliche Risiken systematisch reduzieren. Gleichzeitig steigt die Qualität der Bearbeitung, da nichts dem Zufall überlassen wird und alle Beteiligten auf dieselbe aktuelle Informationsbasis zugreifen. Die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen (z.B. DSGVO, Aufbewahrungs- und Dokumentationspflichten) wird so zur Routine statt zur Belastung.
Matter Management bezeichnet die zentrale, strukturierte und revisionssichere Verwaltung aller juristischen Vorgänge eines Unternehmens, einschließlich Akten, Fristen, Aufgaben, Kommunikation, Entscheidungen und Reporting.
Beim Vertragsmanagement steht der Lebenszyklus eines Vertragsdokuments im Mittelpunkt – von der Erstellung bis zur Archivierung. Matter Management fokussiert sich hingegen auf die Bearbeitung juristischer Sachverhalte, bei denen Verträge lediglich ein Bestandteil sein können.
Typische Nutzer:innen sind Mitarbeitende der Rechtsabteilung, aber auch Mitarbeitende anderer Fachbereiche, externe Kanzleien, die Compliance- oder Datenschutzabteilung sowie das Management und die Revision – jeweils mit den passenden Zugriffsrechten.