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Be­tei­li­gungs­con­trol­ling
Definition & Aufgaben

Be­tei­li­gungs­con­trol­ling

Stand:

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling ist eine Schlüsselkomponente in der Verwaltung komplexer Un­ter­neh­mens­struk­tu­ren. Es unterstützt das Management bei der Planung, Steuerung und Kontrolle von Beteiligungen und Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, sodass diese den größtmöglichen Nutzen für das Unternehmen im Ganzen bringen. Die Aufgaben im Be­tei­li­gungs­con­trol­ling sind vielfältig, lassen sich jedoch in vier Bereiche einteilen: Informieren, Kontrollieren, Planen und Integrieren.

Be­tei­li­gungs­con­trol­ling: das Wichtigste auf einen Blick

Definition: Be­tei­li­gungs­con­trol­ling unterstützt die Steuerung, Überwachung und Kontrolle von Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen, um deren Beitrag zum Konzernerfolg zu maximieren.

Bedeutung: Das Controlling ist essenziell für wirtschaftliche wie strategische Entscheidungen, schafft Transparenz, ermöglicht Synergien und minimiert Risiken.

Aufgaben: Haupttätigkeiten sind die In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung, die Kontrolle der Beteiligungen, strategische und operative Planung sowie die Integration von Akquisitionen.

Herausforderungen: Dazu zählen hohe Un­ter­neh­mens­kom­ple­xi­tät, Sicherstellung von Kosteneffizienz und Datenqualität sowie die Akzeptanz in Toch­ter­ge­sell­schaf­ten.

Praxis: Qualifizierte Be­tei­li­gungs­con­trol­ler, die auf passende Software zurückgreifen, stellen ein transparentes und effizientes Controlling sicher.

1. Was bedeutet Be­tei­li­gungs­con­trol­ling?

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling hat die Funktion, die Konzernleitung bei der Aufgabe zu unterstützen, Beteiligungen so zu steuern, dass sie dem Unternehmenszweck bestmöglich dienen. Die Konzern-Geschäftsführung benötigt das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling zusätzlich zur Koordination, Unterstützung und Überwachung des Managements der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten.

1.1 Abgrenzung zum Konzerncontrolling und Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment

Zwei ähnliche Begriffe, die rund um Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen häufig fallen, sind Konzerncontrolling und Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment. In manchen Definitionen werden sie synonym gebraucht – was streng genommen nicht korrekt ist. Die Unterschiede finden Sie hier auf einen Blick zusammengefasst:Konzerncontrolling und Be­tei­li­gungs­con­trol­ling

Das Konzerncontrolling umfasst die übergeordnete Steuerung und Optimierung des gesamten Konzerns und all seiner Einheiten. Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling hingegen konzentriert sich mehr auf die einzelnen Beteiligungen und deren Performance.

Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment und Be­tei­li­gungs­con­trol­ling

Das Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment befasst sich mit der strategischen Planung und der operativen Führung der Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Das Controlling ist eine Teilaufgabe davon – es unterstützt die Management-Ziele und liefert Entscheidungshilfen in Form von Kennzahlen, Reports und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen.

1.2 Strategisches und operatives Be­tei­li­gungs­con­trol­ling

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling hat sowohl strategische als auch operative Aufgaben:

  • Das strategische Be­tei­li­gungs­con­trol­ling fokussiert sich auf langfristige Ziele und die allgemeine Ausrichtung des Unternehmens. Hauptaufgabe ist die Planung des Geschäftsportfolios durch Akquisitionen und Veräußerungen von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Dies gibt den Rahmen für die operativen Aktivitäten vor.
  • Das operative Be­tei­li­gungs­con­trol­ling ist mit Aufgaben betraut, die in der Regel kurzfristig umzusetzen sind: etwa die fristgerechte Bereitstellung von Berichten und das Monitoring sowie die Betreuung der Maßnahmen, die durch das strategische Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment vorgegeben werden.

1.3 Kennzahlen & Instrumente für Be­tei­li­gungs­con­trol­ler

Grundlage für Entscheidungen im Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment sind neben der strategischen Leitlinie hauptsächlich Kennzahlen und Reports, die das Controlling erstellt. Das Controlling analysiert Kennzahlen, setzt sie in einen Gesamtzusammenhang und gibt konkrete Steue­rungs­emp­feh­lun­gen.

Solche Kennzahlen sind beispielsweise:

  • Betriebsergebnisse
  • Li­qui­di­täts­kenn­zah­len
  • ROI (Return on Investment)
  • EBIT (Earnings Before Interest and Taxes)
  • Economic Value Added (EVA)
  • Cash Value Added (CVA)
  • operative Kennzahlen (z.B. Marktanteil oder Kundenzufriedenheit)

Zur Analyse und Auswertung dieser Kennzahlen kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz, z.B.:

  • Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF): ermittelt den Marktwert des Eigenkapitals
  • Benchmarking: vergleicht die Leistung der Beteiligungen mit externen Standards oder den besten Wettbewerbern, um Op­ti­mie­rungs­po­ten­zia­le zu identifizieren
  • Portfolioanalyse: analysiert das Be­tei­li­gungs­port­fo­lio hinsichtlich Marktanteil und Marktwachstum zur Entscheidung über Investitionen
  • Balanced Scorecard: verknüpft strategische Ziele mit konkreten Leis­tungs­in­di­ka­to­ren aus Finanz-, Kunden-, Prozess- und Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ve

2. Warum ist das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling unverzichtbar?

Der Zukauf von Beteiligungen bedeutet für ein Unternehmen ein finanzielles Risiko – eine solche Investition sollte nur gut durchdacht erfolgen. Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling liefert Daten, die zur Ent­schei­dungs­fin­dung herangezogen werden, damit Zukäufe wirtschaftlich sinnvoll und auf den Erfolg des Gesamtkonzerns ausgerichtet getätigt werden.

Ferner hilft das Controlling dabei …

  • … Synergien zwischen den Gesellschaften zu identifizieren und zu nutzen.
  • … Transparenz über die Be­tei­li­gungs­per­for­mance zu schaffen.
  • … Risiken frühzeitig zu erkennen.
  • … rechtliche und regulatorische Anforderungen sicherzustellen.

Vorteile des Beteiligungscontrollings

3. Be­tei­li­gungs­con­trol­ling: Aufgaben

Das Controlling von Beteiligungen ist am effektivsten, wenn es in alle Phasen des Be­tei­li­gungs­le­bens­zy­klus eingebunden ist: von der Akquisition neuer Unternehmensanteile und Toch­ter­ge­sell­schaf­ten über die Beteiligungsphase bis zu einer potenziellen Desinvestition.

Über diesen Zeitraum hinweg sind im Be­tei­li­gungs­con­trol­ling Aufgaben aus vier verschiedenen Bereichen zu bewältigen:

3.1 Informieren

Entscheidungsträger benötigen Informationen zur Un­ter­neh­mens­steue­rung. Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling selektiert und strukturiert die benötigten Daten. Eine Herausforderung dabei: Die Entscheidungsträger müssen kommunizieren, welche Daten sie benötigen und das Controlling muss die gewünschten Daten vollständig erheben, aussagekräftig aufbereiten und auf Nachfrage erläutern.

Typische Fragen, die das Controlling beantwortet, sind:

  • Ist die Akquisition einer bestimmten Beteiligung wirtschaftlich sinnvoll?
  • Welche Risiken sind mit bestimmten Un­ter­neh­mens­an­tei­len verbunden?
  • Wie performen einzelne Gesellschaften finanziell?
  • Entwickelt sich eine Beteiligung wie erhofft?
  • Wie wirkt sich eine Veränderung in der Be­tei­li­gungs­struk­tur auf den Gesamtkonzern aus?

3.2 Kontrollieren

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling ist zudem verantwortlich für eine Soll-/Ist-Analyse und – bei Nichterreichen von Soll-Zahlen – für die Abweichungsanalyse. Insbesondere negative Abweichungen sollten frühzeitig festgestellt werden, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Falls Ziele nicht erreicht wurden, gehört die Beratung zu geeigneten Maßnahmen ebenfalls zu diesem Aufgabenbereich.

3.3 Planen

Die Be­tei­li­gungs­stra­te­gie eines Großunternehmens erfordert eine umfangreiche Planung: Alle Unternehmensteile sind so zu steuern, dass sie dem Gesamtziel des Konzerns dienen. Die Ausrichtung aller Beteiligungen am Gesamtzielsystem ist daher eine wichtige Aufgabe im Be­tei­li­gungs­con­trol­ling.

3.4 Integrieren

Akquisitionen müssen in die Strukturen des Konzerns integriert werden, um die Effizienz zu steigern und transparente, einheitliche Abläufe zu gewährleisten. Zu den bedeutendsten Aufgaben im Be­tei­li­gungs­con­trol­ling zählt deshalb, die Prozesse, Berichtsformate, Routinen und Methoden des Konzerns auf die neu erworbenen Unternehmensanteile zu übertragen.

Eine Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment-Software kann diese Aufgaben erleichtern, wie Sie im Abschnitt “Steuerung von Beteiligungen in der Praxis” genauer erfahren werden.

4. Die größten Herausforderungen für Be­tei­li­gungs­con­trol­ler

Ein Be­tei­li­gungs­con­trol­ler steht bei der Ausführung seiner Aufgaben vor mehreren komplexen Herausforderungen:

4.1 Überblick

Je größer das Unternehmen wird, desto vielschichtiger werden die Be­tei­li­gungs­struk­tu­ren. Dadurch entstehen neue Risiken, Prozesse werden umfangreicher, regulatorische Hürden werden größer und mehr Informationen sind in Umlauf. Die schwierigste Aufgabe für jeden Be­tei­li­gungs­con­trol­ler ist es daher, Transparenz und Überblick zu wahren.

4.2 Kosten und Effizienz

Die Anzahl und die Größe der Beteiligungen sowie deren Verflechtungsgrad beeinflussen direkt die finanzielle Lage des Konzerns. Viele kleinere Toch­ter­ge­sell­schaf­ten sind dabei häufig aufwendiger als wenige große. Je mehr ineinandergreifende Strukturen hinzukommen, desto wichtiger wird es, möglichst zeit- und kosteneffizient zu arbeiten.

4.3 Datenbasis

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling muss Informationen für weitreichende Entscheidungen liefern – etwa den optimalen Zeitpunkt für Desinvestitionen. Dafür sind klare, aktuelle Daten nötig, die richtig ausgewertet werden müssen.

4.4 Akzeptanz in den Toch­ter­ge­sell­schaf­ten

Fehlende Akzeptanz bei Toch­ter­ge­sell­schaf­ten kann die Ermittlung objektiver Kennzahlen erschweren. Gerade bei Neu-Akquisitionen sollte darauf geachtet werden, dass die Gesellschaft von Anfang an optimal in die Konzernstruktur integriert wird.

5. Steuerung von Beteiligungen in der Praxis

Um ein erfolgreiches Controlling-System im Konzern zu entwickeln, das die eben genannten Herausforderungen erfolgreich meistert, sind zwei Komponenten ausschlaggebend: fähige Be­tei­li­gungs­con­trol­ler und technische Hilfsmittel, welche deren Tätigkeit optimal unterstützen.

5.1 Beruf Be­tei­li­gungs­con­trol­ler: Aufgaben & Fähigkeiten

Be­tei­li­gungs­con­trol­ler betreuen oft eine Vielzahl von Toch­ter­ge­sell­schaf­ten und sind somit ein Bindeglied zwischen den Unternehmensteilen. Ihre Aufgaben sind entsprechend vielfältig und erfordern ein weites Feld an Kompetenzen:

  • strategisches Denken und analytische Fähigkeiten
  • kaufmännische Kenntnisse und Finanzwissen
  • IT-Kenntnisse für den Einsatz entsprechender Software
  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­schick und ggf. Fremdsprachen sowie interkulturelle Kompetenzen (bei Beteiligungen im Ausland)
  • Flexibilität, um schnell auf Veränderungen zu reagieren

5.2 Technische Unterstützung durch passende Software

Dem Be­tei­li­gungs­con­trol­ler steht im Idealfall eine funktionale Softwarelösung zur Verfügung, welche die Konzernstruktur transparent abbildet und wichtige Informationen auf einer Plattform bündelt. Digital geführtes Be­tei­li­gungs­con­trol­ling erleichtert zudem die Standardisierung von Prozessen und ermöglicht ein einheitliches Reporting über alle Beteiligungen hinweg.

6. Be­tei­li­gungs­con­trol­ling als er­folgs­ent­schei­den­de Komponente

Kurz zusammengefasst stellt das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling sicher, dass Beteiligungen im Einklang mit den Zielen des Konzerns stehen und zum Gesamterfolg beitragen. Qualifizierte Be­tei­li­gungs­con­trol­ler und der gezielte Einsatz von Technologien sind dabei entscheidend, um das Potenzial voll auszuschöpfen. Wenn dies gelingt, bildet das Controlling ein stabiles Fundament für eine nachhaltige Un­ter­neh­mens­ent­wick­lung und stärkt so die eigene Wett­be­werbs­fä­hig­keit.

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FAQs: Häufige Fragen zum Be­tei­li­gungs­con­trol­ling

Was ist ein Be­tei­li­gungs­con­trol­ler?

Ein Be­tei­li­gungs­con­trol­ler überwacht und steuert die Performance sowie strategische Ausrichtung von nationalen und internationalen Un­ter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen. Er analysiert Daten, erstellt Berichte und unterstützt die Unternehmensführung, um sicherzustellen, dass Beteiligungen im Einklang mit den Zielen des Konzerns stehen und dessen Wert maximieren.

Was macht das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling?

Das Be­tei­li­gungs­con­trol­ling unterstützt die Unternehmensführung bei der Steuerung und Überwachung von Toch­ter­ge­sell­schaf­ten. Es analysiert Leistungskennzahlen, identifiziert Risiken, realisiert Synergien und stellt sicher, dass Beteiligungen strategische Ziele erfüllen und den Gesamtwert des Unternehmens steigern.

Was verdient ein Be­tei­li­gungs­con­trol­ler?

Laut Angaben des Karriereportals stepstone.de liegt das aktuelle Durchschnittsgehalt für Be­tei­li­gungs­con­trol­ler in Deutschland bei 62.100 € brutto im Jahr. Das entspricht einem Monatsgehalt von etwa 5.175 €.

Wie wird man Be­tei­li­gungs­con­trol­ler?

Um Be­tei­li­gungs­con­trol­ler zu werden, benötigt man typischerweise ein abgeschlossenes BWL-Studium mit Schwerpunkten wie Finance & Accounting oder Controlling. Alternativ kann der Einstieg auch über eine entsprechende Ausbildung bei der IHK erfolgen, wie zum Beispiel als Bankfachwirt IHK oder staatlich geprüfter Betriebswirt.

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