Frau Dr. Stukenborg, warum hat Siegwerk ein Vertragsmanagement-System eingeführt?
Es
gibt im Prinzip zwei Gründe, die ganz entscheidend waren:
Standardisierung der Vertragsverwaltung und Fristenkontrolle. Früher
wurden unsere diversen Verträge dezentral verwaltet. Leider ist es dabei
hin und wieder vorgekommen, dass Kündigungsfristen versäumt wurden und
wir zum Bespiel ein weiteres Jahr an ungünstigere Konditionen gebunden
waren.
Ein Warnhinweis zur rechten Zeit?
Könnte man sagen.
Auf jeden Fall für uns ein konkreter Anlass, etwas in diesem Bereich zu
tun. Außerdem wollten wir als Rechtsabteilung unseren Mitarbeitern mit
einem modernen System helfen und mehr Service bieten.
Hatten Sie bezüglich des neuen Systems konkrete Vorstellungen?
Wir
wollten kein Ablage- oder Wiedervorlagesystem, das je nach Department
anders aussieht, sondern eine einheitliche und benutzerfreundliche
Anwendung, die auch von neuen Mitarbeitern schnell erlernt und weltweit
genutzt werden kann.
Was war der zweite Grund für die Systemeinführung?
Im
Jahr 2005 hat Siegwerk 31 neue Gesellschaften erworben. Da diese Firmen
nicht über ein Vertragsmanagement-System verfügten und wir auch noch
keine gute eigene Lösung hatten, haben wir unter
Compliance-Gesichtspunkten gesagt, wir wollen ein
Vertragsmanagement-System einführen, um uns vor stärkeren Risiken
abzusichern und einen besseren Gesamtüberblick über unsere
Vertragslandschaft zu bekommen.
Welche Verträge bilden Sie mit CONTRACT ab?
Im
Prinzip alle, nicht nur die Verträge mit externen Lieferanten oder
Kunden aus den Bereichen Einkauf und Sales, sondern auch die Kontrakte
aus dem Finanzwesen oder der Logistik. Außerdem auch interne Agreements
zwischen unseren Konzerngesellschaften.
Wie viele Verträge sind jetzt im System hinterlegt?
Wir
sind im Moment noch in der Phase der Eingabe, rollen das Projekt
derzeit in Deutschland aus, im Frühjahr folgen dann alle
Tochtergesellschaften. Aktuell haben wir weit über 200 Verträge erfasst,
die Anzahl wird sich aber deutlich erhöhen.
Wer gibt die Unterlagen in CONTRACT ein?
Das
übernehmen die Mitarbeiter in den einzelnen Abteilungen. Deshalb war es
wichtig, dass die Anwendung einfach zu bedienen ist. Nach
entsprechender Schulung ging es sehr schnell und unkompliziert,
Mitarbeiter mit Schreiberechten konnten nach drei Stunden Schulung das
System anwenden. Auch Mitarbeiter, die nicht so versiert im Umgang mit
Computern sind, sind absolut angetan.
Wie viele Mitarbeiter arbeiten häufig mit CONTRACT?
Am Stammsitz in Siegburg sind es rund 40 Mitarbeiter, später werden es weltweit erheblich mehr sein.
War es schwierig, CONTRACT auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anzupassen?
Wir
haben mehrere Systeme sehr intensiv getestet. Bei otris hatten wir von
Anfang an den Eindruck, das CONTRACT sowohl sehr benutzerfreundlich als
auch flexibel ist. Letztlich war die Flexibilität ein entscheidender
Grund, warum wir uns für otris entschieden haben.
Können sie ein konkretes Beispiel nennen?
Im
CONTRACT-System ist unsere spezielle Unternehmensstruktur mit allen
operativen Gesellschaften abgebildet. Außerdem wurde die Rechtestruktur
besonders angepasst. Das otris-Team war sehr flexibel und setzte unsere
individuellen Wünsche schnell, gut und zuverlässig um. Ganz entscheidend
war es auch, dass wir unsere Business Unit Struktur mit dem System
unterstützen können.
Inwiefern?
Nehmen
wir das Beispiel Verpackungsdruckfarben: Viele Mitarbeiter in diesem
Bereich sitzen zwar in Siegburg, das Tagesgeschäft läuft aber über
unsere Kollegen in Kundennähe, sehr oft auch im Ausland. Da ist ein
webbasiertes System extrem von Vorteil; alle Unterlagen sind weltweit
schnell verfügbar.
Sprachen auch andere Gründe für otris?
Bei
otris gab es immer klare Aussagen. Schon in der ersten Besprechung
wurde mir gesagt: das geht und das geht nicht. Das fand ich gut.
Ebenfalls war es sehr angenehm, dass ich direkt mit den technischen
Experten sprechen konnte, die das Projekt auch umgesetzt haben.
Was ist das Spezielle Ihrer CONTRACT-Anwendung?
Ich
glaube, unser System ist einzigartig, weil wir uns sehr auf die
Fristenkontrolle konzentriert haben. Wir nutzen keinen Workflow, obwohl
dies möglich wäre. Unser Fokus liegt vielmehr auf dem Bereich der
Compliance-Regelung bis hin zur gesetzlichen Aufbewahrungspflicht.
Bei Ihnen können Verträge verknüpft werden. Was bedeutet das?
Aus
rechtlicher Sicht haben wir es häufig mit Haupt- und Nebenverträgen zu
tun. Dies können zum Beispiel ein Liefervertrag oder ein
Darlehensvertrag sein, die miteinander verknüpft sind, weil es dieselbe
Vertragspartei ist. Wenn der Hauptvertrag gekündigt wird oder ausläuft,
kommt es vor, dass der Nebenvertrag vergessen wird, weil er in einer
anderen Akte oder in einer anderen Schublade liegt, vielleicht sogar in
einem anderen Department.
Das passiert Ihnen mit CONTRACT aber nicht ...
Richtig,
denn wir haben in unserem System in der Abrufmaske den Button „Check
the Box“, wenn es einen Nebenvertrag gibt. So können wir nichts
vergessen.
Neben den individuellen Anpassungen hat Ihr System auch noch einen anderen Namen ...
Ja,
wir nennen es SICOM, Siegwerk Contract Management, um dem System auch
den eigenen Stempel aufzudrücken. Wir konnten selbst die Oberfläche der
Anwendung unserem Corporate-Design anpassen.
Welche Schritte sind künftig geplant?
CONTRACT
bzw. SICOM wird jetzt bei unseren 30 operativ tätigen
Tochtergesellschaften eingeführt und ist dann auf allen Kontinenten im
Einsatz. Es wird ein enormer Vorteil sein, wenn wir weltweit ein
einheitliches System nutzen.
Sie sind generell mit CONTRACT zufrieden?
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin wirklich überzeugt. Auch bei den Mitarbeitern trifft das System auf hohe Akzeptanz.
Vielen Dank für das Gespräch.