Calciumcarbonat ist ein wichtiger Rohstoff bei der Herstellung hochwertiger Papiere. Um die optimale Versorgung der europäischen Papierhersteller sicherzustellen, hat die Omya GmbH als führender Hersteller von Pigmenten und Füllstoffen aus Calciumcarbonat über Jahrzehnte ein umfassendes Logistik-Netzwerk aufgebaut und stetig weiterentwickelt.
Mit der neuen Logistik-Software ESIS 3000 der otris software AG lassen sich jetzt die gesamten Abläufe in der Supply Chain weiter optimieren.
Wieviel Slurry lagert noch in Moerdijk, sind noch Tanker unterwegs und wann braucht die Papierfabrik in Dörpen die nächste Lieferung HYDROCARB 60? Bei Omya stehen solche Fragen auf der Tagesordnung. Um sie beantworten zu können, mussten die Kollegen aus Logistik- und Papierabteilung bisher zum Telefonhörer greifen. Heute genügt ein Blick in ESIS!
Gesamtüberblick durch ESIS
Aktuelle Lagerbestände im norwegischen Werk Elnesvågen oder den Omya-Tanklagern rund um die Nord- und Ostsee, Position und Ladung der Slurry-Flotte, angemeldeter Bedarf der Papierkunden, vorhandene Kapazitäten an Binnenschiffen, Waggons und LKW: ESIS 3000 weiß einfach alles.
Für Friedrich Katzensteiner, Abteilungsleiter Logistik Köln und verantwortlicher Projektleiter, ist dies ein entscheidender Vorteil: „Bislang hatte bei Omya jeder nur seinen eigenen Standort im Auge. Mit ESIS 3000 haben wir jetzt zum ersten Mal den gesamten Überblick. Jeder Mitarbeiter mit autorisiertem Zugang kann via Intra- und Internet direkt auf sämtliche Daten zugreifen und sie mit Hilfe des integrierten Rechners rasch auswerten, um Transport- wie Lagerkapazitäten optimal aufeinander abzustimmen - und so langfristig die Transportkette zu optimieren und Kosten zu sparen.“
Intensive Workshops mit der Fachabteilung
Für Carsten Belzer, Projektleiter bei der otris, war es wichtig, die exakten Anforderungen des Kunden zu kennen. „Durch intensive Workshops, zusammen mit der Omya-Fachabteilung haben wir einen umfassenden Anforderungskatalog erstellt.“ An den Workshops war auch der Dortmunder Logistik-Spezialist Heinz-Michael Winkels, Professor an der FH Dortmund, beteiligt. Dann folgte ein regelmäßiges „Prototyping“. Carsten Belzer: „So konnten wir Schritt für Schritt und sehr konkret die Ergebnisse unserer Entwicklung dem Kunden präsentieren. Die Software wurde den Prozessen angepasst, nicht umgekehrt.“
Das otris-Produkt „Web4DB“ bildete die Basis der Entwicklungsarbeit. Dr. Frank Hofmann, Vorstand der otris software AG: „Dadurch, dass wir unser eigenes Produkt bei der Realisation dieses Großprojektes genutzt haben, waren wir schnell, qualitativ hochwertig und kostengünstig.“
Gerade 12 Monate vergingen vom ersten Gespräch bis zur Auslieferung einer Basis-Version.
ESIS ist eine „lebende“ Software
„Die Kommunikation zwischen Omya und otris ist nach wie vor intensiv. ESIS ist wirklich eine lebende Software und kann laufend weiterentwickelt und angepasst werden“, sagt Ingrid Stender. Gemeinsam mit drei Kollegen ist sie zuständig für die Disposition sämtlicher Omya-Tanklager in Mitteleuropa sowie die Planung der nachgelagerten Transporte per Binnenschiff, Bahn oder LKW.
Eine Arbeit, die ohne Software-Unterstützung kaum noch zu bewältigen ist. Die vier Kollegen sind dafür verantwortlich, sämtliche Informationen über die gesamte Lieferkette laufend zu aktualisieren, während die Mitarbeiter in den Lagern Tankstände sowie Verlademengen und -termine täglich ins System einspeisen. „Dadurch sind die Zeitfenster für Aktionen größer geworden“, beschreibt Ingrid Stender einen wesentlichen Vorzug der neuen Software; vorausschauende Planung bis zu 6 Wochen ist jetzt möglich.
Kürzlich wurde in den Ländern Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Norwegen und Finnland von Test- auf Echtbetrieb umgestellt. Im Herbst dieses Jahres wird dann noch Schweden in das System integriert.
Positive Resonanz auf Anwenderkonferenz
Carsten Belzer: „Unser Ziel war es auch, die einzelnen Sachbearbeiter optimal an die Möglichkeiten dieser Kombination aus Web-Anwendung und Datenbank heranzuführen.“ Dies ist gelungen. Während einer Anwenderkonferenz wurde das Produkt sehr positiv bewertet, eine Ausweitung ist geplant. Das gesamte Projekt unterstreicht die Kompetenz der Dortmunder Software-Entwickler in Sachen Individualprogrammierung. Friedrich Katzensteiner: „ESIS ist ein Maßanzug für Omya.“
(Quelle: omyaworld 1/2002)